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Wechsel von Fortinet zu Sophos — eine faktenbasierte Entscheidungshilfe für mittelständische Unternehmen

In Gesprächen mit IT-Verantwortlichen stellen wir fest, dass die Frage nach einem Wechsel der Firewall-Plattform zunehmend offen diskutiert wird. Wer heute eine FortiGate im Einsatz hat, steht regelmäßig vor anstehenden Renewal-Entscheidungen, Hardware-Refreshs oder veränderten Anforderungen aus NIS2 und Cyberversicherbarkeit und stellt sich die Frage, ob die aktuelle Plattform noch die richtige ist.

9 min Lesezeit

Dieser Beitrag ist eine faire Gegenüberstellung. Wir verkaufen Sophos Firewalls als Sophos-Platinum-Partner und sind in dieser Frage nicht neutral. Genau deshalb haben wir Wert darauf gelegt, dass jede Aussage in diesem Beitrag belegbar ist. Fortinet und Sophos sind beide etablierte Anbieter mit jeweils über zwei Jahrzehnten Marktpräsenz, und beide haben Stärken, die ein pauschales „X ist besser als Y“ sachlich nicht hergibt. Die ehrlichere Frage lautet: Welche Plattform passt zu welchem Unternehmen — und wann lohnt sich ein Wechsel?

Marktposition beider Anbieter

Fortinet ist im Firewall-Markt einer der führenden Anbieter mit einem sehr breiten Produktportfolio, das von der Filial-Firewall bis zur Hyperscaler-Absicherung reicht. Im Gartner Magic Quadrant for Hybrid Mesh Firewall vom August 2025 ist Fortinet als Leader positioniert, gemeinsam mit Palo Alto Networks und Check Point.

Sophos ist im selben Bericht als Niche Player eingeordnet. Gartner begründet das mit einem Fokus auf bestimmte Marktsegmente, insbesondere den Mittelstand, und mit Überschneidungen zwischen Firewall- und Endpoint-Portfolio, die laut Gartner bei manchen Kunden zu Unsicherheit führen können. Die Niche-Player-Einordnung ist ausdrücklich keine Qualitätsabwertung, sondern eine Aussage über Marktbreite und strategische Ausrichtung.

Im Gartner Peer Insights Voice of the Customer 2024 für Network Firewalls erreichte Sophos eine Bewertung von 4,8 von 5,0 bei 377 verifizierten Kundenrezensionen — der höchsten Anzahl unter allen evaluierten Anbietern in diesem Bericht. Sophos wurde als Customers‘ Choice ausgezeichnet. Diese Auszeichnung beruht auf der Kombination aus Bewertungshöhe und Reviewdichte und reflektiert die Zufriedenheit derer, die die Plattform tatsächlich einsetzen.

Fazit zur Marktposition: Fortinet ist die marktbreitere Plattform mit klarem Enterprise-Fokus. Sophos ist im KMU- und Mittelstandssegment besonders stark verankert, mit überdurchschnittlicher Bewertung durch reale Anwender.

Sicherheitsvorfälle: was die letzten Jahre tatsächlich gezeigt haben

Beide Hersteller hatten in den vergangenen Jahren Sicherheitslücken, die schnelle Reaktion erforderten. Wichtig für eine faire Einschätzung ist, welche Lücken es gab, wie sie ausgenutzt wurden und wie der Hersteller damit umgegangen ist.

Fortinet verzeichnete Anfang 2025 zwei Authentication-Bypass-Schwachstellen in FortiOS und FortiProxy: CVE-2024-55591 (CVSS 9.6) und die verwandte CVE-2025-24472. Beide ermöglichten unauthentifizierten Angreifern, Super-Admin-Privilegien auf betroffenen Geräten zu erlangen. Arctic Wolf beobachtete bereits ab November 2024 aktive Massenausnutzung gegen FortiGate-Geräte mit ins Internet exponierter Management-Oberfläche. Die US-Behörde CISA nahm CVE-2025-24472 in ihren Katalog der bekannten ausgenutzten Schwachstellen auf, mit Verweis auf Ransomware-Aktivität. Im Januar 2025 wurden zudem Konfigurationsdaten von rund 15.000 FortiGate-Firewalls aus einem älteren Vorfall im Darknet veröffentlicht. Im Dezember 2025 folgten zwei weitere kritische Schwachstellen (CVE-2025-59718 und CVE-2025-59719) im Zusammenhang mit FortiCloud SSO, die ebenfalls eine Authentication Bypass mit administrativem Zugriff erlaubten und seit Januar 2026 aktiv ausgenutzt werden.

Sophos veröffentlichte im Dezember 2024 drei Schwachstellen in der Sophos Firewall: CVE-2024-12727 (CVSS 9.8, Pre-Auth SQL Injection in der E-Mail-Schutzfunktion), CVE-2024-12728 (CVSS 9.8, schwache SSH-Passphrase im HA-Setup) und CVE-2024-12729 (CVSS 8.8, Post-Auth Code Injection im User Portal). Sophos hat in der eigenen Mitteilung darauf hingewiesen, dass laut eigener Telemetrie zum Veröffentlichungszeitpunkt keine Ausnutzung in freier Wildbahn beobachtet wurde. Im Juli 2025 folgten fünf weitere Schwachstellen, die ebenfalls über Hotfixes geschlossen wurden. Bei Kunden mit aktivierter automatischer Hotfix-Installation — laut Sophos die Standardeinstellung — wurden die Patches automatisch verteilt, ohne administratives Zutun.

Eine ehrliche Bewertung: Beide Hersteller haben kritische CVEs gehabt. Der relevante Unterschied liegt nicht im Vorhandensein der Schwachstellen, sondern in zwei anderen Punkten. Erstens: die Häufigkeit aktiver Ausnutzung in der Praxis. Fortinet-Schwachstellen, insbesondere im SSL-VPN- und Management-Bereich, gehören seit Jahren zu den häufigsten Einstiegsvektoren für Ransomware-Angriffe gegen Mittelständler, die genannten Fälle aus 2025 und 2026 sind keine Ausnahme. Zweitens: das Patch-Modell. Sophos liefert Hotfixes für aktiv unterstützte Versionen automatisch aus, sofern die Standardeinstellung aktiviert ist. Bei Fortinet ist Patching grundsätzlich administrative Aufgabe und setzt aktive Wartungsvereinbarungen voraus.

Battlecard: zentrale Vergleichspunkte

Im Folgenden eine kompakte Gegenüberstellung. Die Punkte sind so gewählt, dass sie für mittelständische Unternehmen mit zehn bis einigen hundert Anwendern entscheidungsrelevant sind.

Kernschutz und Performance

Beide Plattformen bieten moderne Next-Generation-Firewall-Funktionen, beide Architekturen für KMU-Anforderungen ausreichend Leistung; Performance-Vergleiche sind stark abhängig vom konkreten Modell und der aktivierten Funktionsmenge und sollten in einem Proof-of-Concept gemessen werden, nicht aus Datenblättern abgeleitet. Wir setzen beim Sizing von Firewalls auf jahrzehntelange Erfahrung, umfangreiche Expertise und ein etabliertes Toolset.

Bedienung und Tagesbetrieb

Hier liegt einer der konsistentesten Unterschiede. Fortinet ist tendenziell stärker auf erfahrene Netzwerkadministratoren ausgelegt: hohe Konfigurationstiefe, viele CLI-Optionen, ausgeprägte Integration in größere Fortinet-Security-Fabric-Architekturen. Sophos zielt auf eine pragmatischere Bedienung mit klarer Web-Oberfläche, vorgefertigten Sicherheitsprofilen und einer flacheren Lernkurve für Administratoren und dies bei gleicher Sicherheit. Für Unternehmen ohne dediziertes Security-Team, die ihre Firewall durch IT-Generalisten oder einen Managed-Service-Partner betreiben lassen, ist das ein konkreter Vorteil.

 

Integration mit Endpoint-Sicherheit

Sophos hat eine Funktion namens Synchronized Security: Sophos Firewall und Sophos nahezu alle weiteren Sicherheitskomponenten des Herstellers, wie z.B. Endpoint (Client und Server), Access Points oder Switche tauschen kontinuierlich Statusinformationen aus. Erkennt der Endpoint also z.B. einen kompromittierten Rechner, kann die Firewall ihn automatisch isolieren und umgekehrt. Diese tiefe Integration ist eine native Stärke der Sophos-Plattform und nur schwer mit zwei Punkt-Lösungen verschiedener Hersteller nachzubauen. Fortinet bietet mit der Security Fabric ein vergleichbares Konzept, aber mit Schwerpunkt auf das eigene, breitere Ökosystem (FortiClient, FortiEDR, FortiAnalyzer und so weiter).

NIS2-Anforderungen

Die NIS2-Richtlinie und das deutsche NIS-2-Umsetzungsgesetz (in Kraft seit 6. Dezember 2025) verlangen unter anderem nachweisbares Patch-Management, Logging, Segmentierung und Notfall-Wiederherstellung. Beide Plattformen können diese Anforderungen technisch abdecken. In der Umsetzung ist die enge Sophos-Integration aus Firewall, Endpoint, MDR-Service und zentraler Sophos-Central-Management-Plattform für mittelständische Unternehmen oft schneller compliance-fähig zu konfigurieren, und zwar schlicht, weil weniger Schnittstellen zwischen Komponenten verschiedener Hersteller dokumentiert und überwacht werden müssen.

Lizenz- und Kostenmodell

Beide Hersteller arbeiten mit Subscription-Modellen, die je nach Funktionsumfang gestaffelt sind. Fortinet bündelt typischerweise in FortiGate-Hardware plus FortiGuard-Subscriptions (UTP, Enterprise und so weiter); Sophos vermarktet die XGS-Hardware mit Xstream-Protection-Lizenzen. Konkrete Preisvergleiche sind im Einzelfall immer nötig und pauschale Aussagen können i.d.R. nicht getroffen werden. Beide Hersteller bieten für unterschiedliche Zielgruppen und Kundengrößen diverse Discounts und versehen ihre Produkte regelmäßig mit Promos und Sonderpreisen.

Was wir aus konkreten Vergleichsangeboten sehen: bei vergleichbarem Schutzniveau bewegen sich die Plattformen in einem ähnlichen Korridor, mit Vorteilen für Sophos bei kleineren Modellen und für Fortinet bei sehr großen Setups mit umfangreicher Fabric-Integration.

Migration: Was Sophos für Wechsler bietet

Sophos hat im April 2025 einen Fortinet-zu-Sophos-Migrationsassistenten veröffentlicht, der die Übernahme von Konfigurationen aus FortiGate-Geräten in die Sophos Firewall unterstützt. Zusätzlich gibt es laufende Trade-In-Promotions: gegen Vorlage von Hersteller, Modell und Seriennummer einer abgelösten Wettbewerber-Firewall werden vergünstigte Konditionen auf XGS-Hardware und Xstream-Protection gewährt. Die genauen Konditionen variieren regional und periodisch, wir prüfen für jeden konkreten Fall die aktuell gültigen Programme.

Wann ein Wechsel von Fortinet zu Sophos sinnvoll ist

Wir empfehlen einen Wechsel nicht reflexhaft. Es gibt klar identifizierbare Konstellationen, in denen er wirtschaftlich und sicherheitstechnisch Sinn ergibt:

Erstens, wenn die Fortinet-Hardware ohnehin in den nächsten zwölf Monaten ausgetauscht werden müsste — wegen Hardware-Alter, Performance-Engpässen oder anstehendem Subscription-Renewal. In dieser Konstellation ist ein Plattformwechsel meist mit überschaubarem Migrationsaufwand möglich, weil ohnehin oft neu installiert wird.

Zweitens, wenn die IT-Abteilung schlank ist und keine dedizierte Netzwerk-Security-Rolle besetzt. Sophos ist in der Bedienung pragmatischer ausgelegt, was den Tagesaufwand reduziert und Konfigurationsfehler weniger wahrscheinlich macht.

Drittens, wenn ohnehin eine Konsolidierung der Sicherheitslandschaft auf einen Hersteller geplant ist. Synchronized Security ist eine konkrete operative Verbesserung, die mit einer gemischten Landschaft so nicht erreichbar ist.

Viertens, wenn eine Auslagerung an einen Managed-Security-Partner geplant ist. Sophos-Central als zentrale Verwaltungsebene ist gerade für MSP-betreute Setups sehr ausgereift.

Wann ein Wechsel nicht die richtige Antwort ist

Ehrlicherweise gibt es Konstellationen, in denen wir vom Wechsel abraten oder zumindest sehr genau prüfen würden:

Wenn die bestehende FortiGate-Umgebung tief in eine größere Fortinet-Security-Fabric mit FortiSwitch, FortiAP, FortiAnalyzer und FortiManager integriert ist, ist der Wechsel kein einfacher Firewall-Tausch, sondern eine größere Plattformentscheidung. In solchen Fällen ist die Frage nicht „Sophos oder Fortinet?“, sondern „Welche Plattformstrategie verfolgt das Unternehmen die nächsten fünf Jahre?“.

Wenn das Sicherheitsteam eingespielt ist und Fortinet-Expertise breit im Haus vorhanden ist, ist der Lerneffekt eines Wechsels ein realer Aufwand, den man nicht unterschätzen sollte.

Wenn sehr spezifische Fortinet-Funktionen genutzt werden (etwa bestimmte FortiSandbox-Integrationen, sehr granulare Fabric-Automatisierungen oder spezielle SD-WAN-Topologien) ist eine 1:1-Abbildung in Sophos zwar in den meisten Fällen möglich, aber nicht immer ohne Anpassungen.

Wie eine seriöse Migrationsentscheidung aussieht

Eine ernsthafte Plattformentscheidung bauen wir mit Kunden in vier Schritten:

Wir starten das Vorhaben mit einer Demo, die Ihnen einen ersten guten Einblick in die Verwaltungsoberfläche von Sophos gewährt.

Wir setzen den Prozess mit einer Bestandsaufnahme der heutigen Fortinet-Konfiguration fort: Welche Funktionen aktiv genutzt werden, welche Performance-Werte erreicht werden, welche Lizenz-Renewals wann anstehen. Daraus ergibt sich, was an einer Sophos-Migration konkret abzubilden ist und welcher XGS-Modell-Sizing realistisch passt.

Im dritten Schritt machen wir gemeinsam mit Ihnen eine Rechnung über drei Jahre, welche die Hardware, Lizenzen, Migrationsaufwand und gegebenenfalls Schulungen umfasst.

Erst dann erfolgt der Roll-out auf die produktive Umgebung, typischerweise mit dem Sophos-Migrationsassistenten zur Konfigurationsübernahme und einem klar geplanten Cutover-Fenster.

Was wir Ihnen anbieten

Wenn Sie heute eine FortiGate im Einsatz haben und über einen Wechsel nachdenken, machen wir mit Ihnen eine ehrliche Erstbewertung in einem unverbindlichen Termin. Wir schauen uns Ihre konkrete Konfiguration an, prüfen die anstehenden Renewal-Termine und sagen Ihnen, ob ein Wechsel in Ihrer Situation wirtschaftlich und betrieblich Sinn ergibt oder ob Sie bei Fortinet bleiben sollten. Wir verkaufen keine Migration, die für Sie nicht stimmt.

Als Sophos-Platinum-Partner haben wir Zugriff auf die aktuell gültigen Trade-In- und Migrationsprogramme und können in Verbindung mit dem Sophos-Migrationsassistenten Wechsel mit überschaubarem Aufwand und ohne Sicherheitslücke realisieren. Wenn Sie zusätzlich eine 24/7-Überwachung benötigen, integrieren wir die neue Firewall in unsere Managed-Security-Services.

Quellen und Belege

Dieser Beitrag stützt sich ausschließlich auf öffentlich nachvollziehbare Quellen, darunter die Sicherheitsmeldungen beider Hersteller (FortiGuard PSIRT, Sophos Security Advisories), Berichte von Arctic Wolf, Rapid7 und CISA, sowie Gartner-Veröffentlichungen (Magic Quadrant for Hybrid Mesh Firewall 2025, Peer Insights Voice of the Customer 2024). CVE-Nummern und CVSS-Werte beziehen sich auf die offiziellen Veröffentlichungen der jeweiligen Hersteller. Wir verzichten bewusst auf Aussagen, die nicht öffentlich belegbar sind.

Stand: April 2026. Lizenz- und Promotion-Konditionen ändern sich periodisch — wir prüfen für jeden konkreten Fall die zum Anfragezeitpunkt gültigen Programme.

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