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VMware nach Broadcom: Welche Handlungsoptionen haben Unternehmen?

VMware nach Broadcom neu bewerten: Vergleichen Sie Upgrade, Hyper-V, Proxmox, Hybrid Cloud und Azure und finden Sie die passende Infrastrukturstrategie.

5 min Lesezeit

Mit dem bevorstehenden Support-Ende von VMware vSphere 8 im Oktober 2027 stehen viele Unternehmen vor einer strategischen Entscheidung. Während einige Organisationen ihre bestehende VMware-Umgebung weiterführen möchten, prüfen andere den Wechsel auf alternative Virtualisierungsplattformen oder nutzen die Gelegenheit, ihre Infrastruktur grundlegend zu modernisieren.

Eine pauschale Empfehlung gibt es dabei nicht. Die richtige Entscheidung hängt von zahlreichen Faktoren ab – unter anderem von der vorhandenen Infrastruktur, den eingesetzten Anwendungen, den Lizenzkosten, den internen Ressourcen und der langfristigen IT-Strategie. Genau deshalb lohnt es sich, die verschiedenen Optionen frühzeitig und objektiv zu bewerten.

Option 1: Upgrade auf VMware vSphere 9

Für viele Unternehmen wird der Weg zu VMware vSphere 9 die naheliegendste Lösung sein. Insbesondere dort, wo bereits umfangreiche Investitionen in VMware-Technologien erfolgt sind und die bestehende Plattform den betrieblichen Anforderungen entspricht, kann ein Upgrade wirtschaftlich sinnvoll sein.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass bestehende Betriebsprozesse weitgehend erhalten bleiben. Administratoren müssen sich nicht auf eine neue Plattform einstellen und vorhandenes Know-how kann weiter genutzt werden. Gleichzeitig profitieren Unternehmen von einem aktuellen Supportstatus und einer Plattform, die auch zukünftige Hardwaregenerationen unterstützt.

Dennoch sollte auch diese Option kritisch betrachtet werden. Neue Lizenzmodelle und Subscription-Konzepte verändern die langfristigen Betriebskosten. Deshalb empfiehlt es sich, nicht nur die technischen Vorteile eines Upgrades zu betrachten, sondern auch die wirtschaftlichen Auswirkungen über mehrere Jahre hinweg zu bewerten.

Option 2: Wechsel auf einen alternativen Hypervisor

Die Veränderungen bei VMware haben dazu geführt, dass sich viele Unternehmen erstmals intensiv mit alternativen Virtualisierungslösungen beschäftigen. Besonders häufig werden dabei Microsoft Hyper-V, Proxmox VE und der Citrix Hypervisor genannt.

Microsoft Hyper-V bietet sich insbesondere für Unternehmen an, die ihre IT bereits stark an Microsoft-Technologien ausgerichtet haben. Wer Windows Server, Active Directory, Microsoft 365 und Azure nutzt, findet hier eine Plattform, die sich gut in die bestehende Infrastruktur integriert.

Proxmox VE hat sich in den vergangenen Jahren zu einer leistungsfähigen Open-Source-Alternative entwickelt. Gerade mittelständische Unternehmen prüfen zunehmend, ob sich mit Proxmox eine wirtschaftlich attraktive Virtualisierungslösung realisieren lässt. Gleichzeitig sollte jedoch berücksichtigt werden, dass sich Verwaltungswerkzeuge, Betriebsprozesse und das erforderliche Know-how von einer VMware-Umgebung unterscheiden.

Auch Unternehmen mit einer bestehenden Citrix Virtual Apps & Desktops Umgebung sollten den Citrix Hypervisor (ehemals XenServer) in ihre Überlegungen einbeziehen. In bestimmten Citrix-Editionen ist der Hypervisor bereits enthalten, wodurch sich Lizenzkosten reduzieren lassen. Ob diese Option sinnvoll ist, hängt jedoch stark von der vorhandenen Citrix-Strategie und den zukünftigen Anforderungen an die Infrastruktur ab.

Option 3: Hybrid Cloud

Für viele Unternehmen stellt eine Hybrid-Cloud-Strategie den ausgewogensten Weg dar. Dabei verbleiben geschäftskritische Systeme zunächst im eigenen Rechenzentrum, während ausgewählte Dienste oder neue Anwendungen schrittweise in Microsoft Azure betrieben werden.

Dieser Ansatz ermöglicht es, Investitionen besser zu verteilen und Erfahrungen mit Cloud-Technologien zu sammeln, ohne bestehende Systeme kurzfristig ersetzen zu müssen. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten, beispielsweise für Backup- und Disaster-Recovery-Konzepte, Testumgebungen oder moderne Plattformdienste.

Hybrid Cloud bedeutet dabei nicht zwangsläufig, möglichst viele virtuelle Maschinen in die Cloud zu verschieben. Vielmehr geht es darum, die jeweiligen Stärken der lokalen Infrastruktur und der Cloud sinnvoll miteinander zu kombinieren.

Option 4: Cloud-Transformation mit Microsoft Azure

Einige Unternehmen nutzen die aktuelle Situation bewusst als Ausgangspunkt für eine umfassendere Modernisierung ihrer IT. Dabei steht nicht mehr die Virtualisierung im Mittelpunkt, sondern die Frage, welche Anwendungen künftig überhaupt noch auf klassischen virtuellen Maschinen betrieben werden müssen.

Microsoft Azure bietet hierfür zahlreiche Möglichkeiten. Neben virtuellen Maschinen stehen Plattformdienste, Datenbanklösungen, moderne Sicherheitsfunktionen sowie Dienste für künstliche Intelligenz und Anwendungsentwicklung zur Verfügung. Dadurch können Unternehmen ihre Infrastruktur nicht nur verlagern, sondern langfristig modernisieren.

Allerdings eignet sich auch dieser Weg nicht für jedes Unternehmen gleichermaßen. Anwendungen, regulatorische Anforderungen oder bestehende Investitionen können dafür sprechen, bestimmte Systeme weiterhin lokal zu betreiben. Deshalb sollte auch eine Cloud-Transformation immer Teil einer übergeordneten Infrastrukturstrategie sein und nicht allein aus dem Wunsch entstehen, möglichst schnell in die Cloud zu wechseln.

Welche Strategie ist die richtige?

Die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Plattform sollte niemals isoliert getroffen werden. Erfolgreiche Unternehmen betrachten ihre Infrastruktur ganzheitlich und beziehen dabei sowohl technische als auch wirtschaftliche Aspekte ein.

Häufig zeigt sich in der Praxis, dass die optimale Lösung nicht ausschließlich in einer Technologie liegt. Viele Unternehmen entscheiden sich beispielsweise für ein Upgrade ihrer VMware-Umgebung, reduzieren gleichzeitig die Anzahl ihrer lokalen Server und verlagern ausgewählte Anwendungen oder Dienste nach Microsoft Azure. Andere setzen auf Hyper-V oder Proxmox, während geschäftskritische Systeme zunächst weiterhin im eigenen Rechenzentrum verbleiben.

Genau diese Kombination verschiedener Technologien ermöglicht es, Investitionen sinnvoll zu nutzen und gleichzeitig die Weichen für zukünftige Anforderungen zu stellen.

Fazit

Das Support-Ende von VMware vSphere 8 eröffnet Unternehmen verschiedene Handlungsoptionen. Ob ein Upgrade auf VMware vSphere 9, der Wechsel auf einen alternativen Hypervisor, eine Hybrid-Cloud-Strategie oder eine vollständige Cloud-Transformation der richtige Weg ist, lässt sich nicht pauschal beantworten.

Entscheidend ist, dass die Wahl der Plattform das Ergebnis einer fundierten Strategie ist – und nicht der Ausgangspunkt der Überlegungen.

Im nächsten Artikel zeigen wir, warum sich viele Unternehmen im Zuge dieser Überlegungen intensiver mit Microsoft Azure beschäftigen und welche Rolle die Cloud bei der zukünftigen Modernisierung der IT-Infrastruktur spielen kann.

 

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